Sonntag, 10. März 2019

Kreative Kooperation ganz zufällig?

Vor neun Jahren haben mein Kollege und ich in der Bahn eine ungeplante Unterhaltung gehabt. Auf der Rückreise von einer Tagung der APAM (Akademie für patientenzentrierte Medizin) bei Bremen, für die wir zufällig denselben Zug gebucht hatten, begann ich, Fragen nach der Zukunft des Vereins zu stellen, weil das Ergebnis der gerade erlebten Veranstaltung sehr frustrierend war. Aus meiner Perspektive musste sich etwas Grundlegendes ändern, damit der Verein attraktiv werden kann und auch das Engagement dafür wieder Freude macht. Mein Kollege stimmte mir zu, und wir überlegten, was der explizite und attraktive Fokus des Vereins sein könnte und sollte. Eine Idee folgte auf die nächste. Irgendwann meinte er: „Salutogenese“. Das traf genau meine Intentionalität und fand sofort eine offene Tür. Wir besprachen noch weitere Einzelheiten. Das war die „Zeugung“ des Dachverbands Salutogenese DachS (ausnahmsweise mal ohne Frau, nur unter Männern). Die „Geburt“ war etwa neun Monate später – dann mit einer größeren Gruppe und überwiegend Frauen.

Freitag, 4. Januar 2019

Eine säkulare Globale Ethik: Wozu und Wie?

Der „Appell“ des Dalai Lamas an die Menschheit „Ethik ist wichtiger als Religion“ traf bei mir auf fruchtbaren Boden: Ein weiser weltweit informierter und geschätzter Religionsführer gibt das Zepter religiöser Autorität an die Menschheit ab. Es ist jetzt tatsächlich die Zeit, wo wir als normale einfache Erdenbürger uns nicht mehr hinter einer sog. Heiligen Schrift, einer Kirche oder Lamas, Päpsten, Bischöfen, Pastoren, Professoren und anderen Gurus verstecken können, sondern selber an einer Globalen Ethik mitarbeiten dürfen, können und sollen. Es geht also jetzt bei einer Ethik nicht mehr um eine Exegese und Anwendung von Thora-, Bibel- oder Korantexten oder Kants Imperativ, sondern darum, dass jedeR sich berufen fühlt, eigenverantwortlich an einer aufbauenden zukunftstauglichen Ethik mitzuwirken. Und das sei sogar wichtiger als Religion, schreibt der Dalai Lama.
Mit „Ethik“ verbinde ich eine maßgebliche und handlungsleitende Orientierung für alle Menschen. Die bisherigen Ethiken der Religionen und Philosophen haben wohl im Laufe der letzten etwa dreitausend Jahre ihren wichtigen Beitrag zur Entfaltung der menschlichen Kulturen und des Bewusstseins geleistet, aber ich halte sie als Maßgabe für die heutige Entwicklung und die Zukunft nicht mehr für geeignet.

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Ethik zur Kooperation (Zusammenfassung)

Der Fokus auf Beziehungen

Eine zukunftstaugliche Ethik fokussiert die Beziehungen, das Zusammenwirken der Menschen mit ihren In-, Mit- und Umwelten. Dadurch rücken die Systeme und das jeweils Gemeinsame und die Beiträge, die jeder dazu erbringt, stärker in den Fokus des Bewusstseins als individuelle Tugenden und andere persönliche Eigenschaften. Letztere entstehen und wachsen in den unterschiedlichen und mehrdimensionalen systemischen Beziehungen.

Für Beziehungen gibt es viele Begriffe, wie z.B. Bindung, Liebe, Partnerschaft, Team u.a.m. Allerdings bleibt selbst im professionellen psychotherapeutischen Zusammenhang „Beziehung“ oder „Bindung“ recht unklar und wird lediglich kurzfristigen „Interaktionen“ gegenübergestellt. Dabei werden der Therapeut-Patient-Beziehung heilsame Wirkungen zugeschrieben wie auch der Mutter-Kind-Bindung ein positiver Einfluss auf das Gedeihen des Kindes. Wenn genauer gefragt wird, was an der Beziehung das Heilsame sei, ist die Antwort häufig „Liebe“. Damit wird eine Gestaltung der Beziehung sehr schwierig, weil jeder in das Wort „Liebe“ seine unterschiedlichen Gefühle, Bedürfnisse und Sehnsüchte legt, die von seiner Familie und Kultur mitgeprägt sind.

Sonntag, 25. November 2018

Globale Ethik zur Kooperation

Nur ein ethisches Gebot: ‚Kooperiere zum Wohle aller Menschen!‘

Theodor Dierk Petzold



Die höchsten Gesetze der Sittenlehre werden mit den tiefsten Lebensgesetzen identisch sein.“ J.M. Guyau (1885: zit. nach Ritter 1972 S. 799)