Freitag, 4. Januar 2019

Eine säkulare Globale Ethik: Wozu und Wie?


Der „Appell“ des Dalai Lamas an die Menschheit „Ethik ist wichtiger als Religion“ traf bei mir auf fruchtbaren Boden: Ein weiser weltweit informierter und geschätzter Religionsführer gibt das Zepter religiöser Autorität an die Menschheit ab. Es ist jetzt tatsächlich die Zeit, wo wir als normale einfache Erdenbürger uns nicht mehr hinter einer sog. Heiligen Schrift, einer Kirche oder Lamas, Päpsten, Bischöfen, Pastoren, Professoren und anderen Gurus verstecken können, sondern selber an einer Globalen Ethik mitarbeiten dürfen, können und sollen. Es geht also jetzt bei einer Ethik nicht mehr um eine Exegese und Anwendung von Thora-, Bibel- oder Korantexten oder Kants Imperativ, sondern darum, dass jedeR sich berufen fühlt, eigenverantwortlich an einer aufbauenden zukunftstauglichen Ethik mitzuwirken. Und das sei sogar wichtiger als Religion, schreibt der Dalai Lama.
Mit „Ethik“ verbinde ich eine maßgebliche und handlungsleitende Orientierung für alle Menschen. Die bisherigen Ethiken der Religionen und Philosophen haben wohl im Laufe der letzten etwa dreitausend Jahre ihren wichtigen Beitrag zur Entfaltung der menschlichen Kulturen und des Bewusstseins geleistet, aber ich halte sie als Maßgabe für die heutige Entwicklung und die Zukunft nicht mehr für geeignet.